Freiheit auf zwei Rädern – Unser Heinkel-Abenteuer
Der Heinkel-Roller stand schon seit Jahren in der Garage meines Elternhauses, ein Relikt aus einer Zeit, in der Mobilität noch ein echtes Abenteuer war. Mein Vater hatte ihn einst voller Stolz gekauft – ein Heinkel Tourist, in BlauGrau mit glänzenden Chromdetails.

Als Kind saß ich oft auf dem Zusatzsitz, klammerte mich an meinen Vater, während meine Mutter als Sozius hinter meinem Vater saß. Damals schien die Welt riesig, doch auf unserem Heinkel fühlte sie sich grenzenlos an. Wir fuhren sonntags an den See, holten Eis in der Stadt oder drehten einfach eine Runde durch die hügelige Landschaft. Der Wind blies uns ins Gesicht, der Motor summte gleichmäßig, und jedes Mal fühlte es sich an, als würde die Zeit für einen Moment stillstehen.
Jahre später, als ich selbst alt genug war, durfte ich ihn übernehmen. Ich restaurierte ihn mit viel Liebe, polierte die alten Lackschichten und ersetzte einige Teile – aber die Seele des Rollers blieb unverändert. Und als ich das erste Mal wieder auf ihm saß, spürte ich sofort dieses vertraute Gefühl von Freiheit, das ich als Kind geliebt hatte.
Heute steht er noch immer in meiner Garage – nicht nur als Fahrzeug, sondern als Erinnerung an unbeschwerte Tage, an meine Familie und an eine Zeit, in der der Weg das Ziel war.





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